Fujifilm X100T vs. X-T10

 Ich bin nach einem langen Recherchewochenende ein paar Schritte weiter. Wie bereits geschrieben ist das diesjährige Ricoh GR Update leider keine Neuanschaffung wert. Als begeisterter Ricoh GR Fotograf möchte ich aber ein ähnliches System für, nennen wir es, Street-Immerdabei.

Der Plan war die letzten September erschienene Fujifilm X100T. Bei einem Neupreis von 1200.- Euro eine satte Investition. Gebraucht habe ich in der Kürze kein Exemplar gefunden, und jetzt kommt das ABER: ABER ich bin auf die X-T10 aufmerksam geworden.

Die kleine Schwester der X-T1 ist letzten Monat erschienen und die rein technischen Details unterscheiden sich kaum nennenswert. Gleicher Sensor, gleicher Prozessor, gleiche Fertigungsqualität. Der Preis ist aber deutlich abgesetzt: Um kleine 700.- Euro ist die Fujifilm X-T10 erhältlich und damit um 500 Euro billiger als die große X-T1.

Im Grunde ist die X-T10 eine vereinfachte X-T1, bei der viele Usability-Möglichkeiten vorhanden, aber in der Benutzung ein klein wenig umgewidmet wurden. Statt den Knubbeln für ISO und Belichtungsmessung gibt es ein Drive-Rädchen und auf der rechten Seite ein Schalterchen: Auto. Dies ist wohl der große Unterschied. Die X-T10 ist für Einsteiger gedacht, die schnell auf eine Vollautomatik mit vielen Motivprogrammen umschalten können.

Lange hat mich dieser Punkt grübeln lassen: „Für Einsteiger“. Ich fotografiere lang genug, dass ich auf diese Vereinfachungen verzichten kann, aber im Grunde ist es eine Erweiterung der Möglichkeiten. Wie das?

Ein Phänomen, dass ich in vielen Jahren „einarbeitungsintensiver Fotoausrüstung“ immer wieder hatte, war die Tatsache, wenn ich die Kamera kurz jemanden für ein Foto gebe, die Wahrscheinlichkeit für ein gutes Bild drastisch gesunken ist. Jemand mit der X-Pro1 plus 56mm, 1.2f Objektiv ist ein wenig überfordert: „Wie zoom ich da?“, „Wo drück ich ab?“. Mit der X-T10 sollte das kein Problem mehr sein. EInfach auf Vollautomatik schalten und ich kann anfangen in die Linse zu grinsen.

Dann blieb noch die Frage was ist jetzt mit der X100T? Ein gut abgestimmtes und perfekt laufendes Komplettsystem. Was hat mich am System X100T überzeugt? Einerseits Größe und Gewicht. Wer mit X-Pro1 und Fujinon XF 16-55mm f/2.8 unterwegs ist, weiß das viele Kaffeepausen zum Erholen der Rückenmuskulatur nötig sind. Die X100T hat eine tolle Brennweite mit intuitiver Benutzung in Top-Qualität.

Der Vergleich X100T mit der X-T10 plus XF 27mm Objektiv führt zu fast gleicher Größe, mit gleichem Gewicht, dafür aktueller Technik mit allen Spielereien und der Möglichkeit den gesamten Objektivfuhrpark zu nutzen. Die X100T hat den lautlosen und schnellen Zentralverschluss und integrierten ND-Filter. Hmmm…. im Zweifel muss ich auf das verzichten. Es ist einfach eine Frage der persönlichen Gewichtung von Pros und Cons beider Geräte. Die wichtigen Eckdaten bleiben ähnlich: Gewicht und Preis (wenn man X-T10 plus XF 27mm rechnet). Für mich überwiegt der Vorteil die X-T10 als Backup Kamera bei Einsätzen nutzen zu können und deshalb brauch ich das Bajonett zum Wechseln. Mein ausschlaggebender Grund für die X-T10 und gegen die X100T.

Soweit die Überlegungen zum Wochenende. Inzwischen ist am Gebrauchtmarkt eine XF 27mm erstanden und die X-T10 in silber eingetroffen. Nächstes Wochenende steht ein größeres Shooting am Programm, bei dem die neuen Geräte ein wenig getestet werden.

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